Überblick zu den Moot Courts

 Für jeden etwas dabei….

-..im Zivilrecht-


Was ist der Soldan?

Der Soldan Moot Court zum anwaltlichen Berufsrecht wird von der Hans-Soldan-Stiftung, der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), dem Deutschen Anwaltverein (DAV) und dem Deutschen Juristen-Fakultätentag (DJFT) an der Leibniz Universität Hannover veranstaltet. Es wird die fiktive Akte eines Rechtsstreits vor den Zivilgerichten an die Teams gesendet. Dabei muss nicht nur Feingefühl in der Erarbeitung des Gutachtens und rhetorisches Geschick bewiesen werden; es warten zusätzlich Themen aus dem Berufsrecht, die euch bereits jetzt in die Lage des Anwalts versetzen. Auch nächstes Jahr werden Teams in die „juristische Arena“ geschickt – vielleicht bist auch du dabei?

Und im Arbeitsrecht? 

Das Bundesarbeitsgericht richtet alle zwei Jahre einen arbeitsrechtlichen Moot-Court Wettbewerb in Erfurt aus. Der Wettbewerb wurde im Januar 2020 zum achten Mal durchgeführt. Die Besonderheit, unmittelbar im Setting eines obersten Gerichts pleaden zu können, verbindet sich mit einem Rechtsbereich, der sich in der anwaltlichen Praxis als hoch relevant und dynamisch erweist. Zudem trainiert ihr euer juristisches Feingefühl in einem Nebengebiet, welches im Studium oft zu kurz kommt, das euch aber durch die Examina begleiten wird.

..Und was ganz anderes?

Der DStJG/BFH Moot Court, zu dem sich je Hochschule nur ein Team bewerben kann, zeichnet sich dadurch aus, dass den Studierenden ein komplexer Sachverhalt zur Bearbeitung gegeben wird, der am Bundesfinanzhof als Verfahren anhängig ist. Es handelt sich mithin zum „echte“ Fälle, die tatsächlich beim BFH zur Entscheidung anstehen. Dem Team steht im Regelfall nur das Urteil des betreffenden Finanzgerichts zur Verfügung. Auf dieser Basis muss es Revisionsbegründung und Revisionserwiderung verfassen. Das Team wird so gezwungen, den begrenzten Prüfungsmaßstab des BFH als Revisionsinstanz zu respektieren. Es muss sich sowohl in den Revisionskläger als auch in den Revisionsbeklagten hineinversetzen und dementsprechend genau entgegengesetzt argumentieren.


-NEU- Strafrecht!- 


-International-


Und gibt es auch was „en français“?

Der Concours de Plaidoiries wurde 2020 erstmals an der Humboldt Universität durchgeführt. Studierende der Humboldt Universität treten in fünf Teams gegeneinander an und setzten sich für ihren fiktiven Mandanten ein. Im Fokus steht ein Plädoyer in welchem mit deinen Kenntnissen der französischen Sprache, als auch des französischen Rechts überzeugt werden kann. Das Siegerteam qualifiziert sich für die Teilnahme am Oxford French Law Moot Court an der Universität Oxford. 

Oxford French Law Moot Court

Der Moot Court wird unter der Schirmherrschaft des Institute of European and Comparative Law (IECL) an der Universität von Oxford organisiert. Die Studierenden bearbeiten einen Sachverhalt aus dem französischen Privatrecht, welcher ihnen zu Jahresbeginn ausgehändigt wird. In der finalen Runde entscheidet eine Jury, unter dem Vorsitz eines Richter vom obersten Gericht in Frankreich, über die Sieger und Siegerinnen.

Und was mit Medien?… 

Der Price Media Law Moot Court ist der internationale Wettbewerb im Bereich Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter. Er wurde von Monroe E. Price ins Leben gerufen und wird seit 2008 von der University of Oxford ausgerichtet. Seitdem messen sich jedes Jahr Studierende von über 200 Universitäten aller Erdteile in einem fiktiven Gerichtsprozess. Der Price Moot ist der drittgrößte Wettbewerb seiner Art und bietet weit mehr als das bloße Präsentieren juristischer Argumentation. Er ist ein Ort, an dem sich Studierende und renommierte Expert*innen auf dem Gebiet des Medienrechts zusammenfinden, um gemeinsam die Zukunft der Meinungsfreiheit im Internet zu diskutieren und mitzugestalten.

Mein Interesse gilt dem Völkerrecht, dann…

Der Phillip C. Jessup International Law Moot Court ist der älteste und größte internationale Moot Court. Weltweit nehmen etwa 700 Universitäten aus über 100 Staaten teil. Es wird eine Gerichtsverhandlung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag in englischer Sprache simuliert. Ein Team besteht aus höchstens fünf Studierenden. Im September jeden Jahres wird ein fiktiver Sachverhalt (sog. Compromis) veröffentlicht, der einen Streitfall zwischen zwei Staaten beschreibt. Meist werden hoch aktuelle Themen auf dem Gebiet des Völkerrechts behandelt. Bei einer nationalen Vorrunde treten die Teams von über 20 deutschen Universitäten gegeneinander an – die besten drei Teams qualifizieren sich für die internationale Runde in Washington, D.C.!