Soldan Moot 2013 – Erfahrungsbericht

Mit dem 1. Soldan Moot zur anwaltlichen Berufspraxis, der von der Hans Soldan Stiftung gemeinsam mit der Bundesrechtsanwaltskammer, dem Deutschen Anwaltverein sowie dem Deutschen Juristen Fakultätentag in Hannover veranstaltet wurde, hatte der erste bundesweite nationale Moot Court Premiere. In den mündlichen Verhandlungen wurde ein Gerichtsverfahren bei einem deutschen Landgericht simuliert. 12 Tandemteams aus ganz Deutschland nahmen am Wettbewerb teil und hatten Gelegenheit, in die Rolle von Prozessanwälten zu schlüpfen und die aufgeworfenen Probleme des nationalen materiellen und formellen Rechts sowie des anwaltlichen Berufsrechts kompetent zu lösen. Die Humboldt-Universität war auf Initiative des Instituts für Anwaltsrecht mit einem Team vertreten, das begeistert vom Wettbewerb nach Berlin zurückkehrte. Es folgt ein Kurzbericht des studentischen Teilnehmers Robert Piwowarski:

„Der Soldan Moot Court ist der erste große nationale Moot Court, der es jungen Studierenden ermöglicht, sich bereits frühzeitig intensiv mit dem Verfahrensrecht, sowie dem anwaltlichen Berufsrecht auseinanderzusetzen. Innerhalb von 3 Monaten, mit jeweils einem Monat Abstand hatten wir den Kläger- und Beklagtenschriftsatz zu schreiben und die Vorbereitungen auf die mündlichen Verhandlungen durchzuführen. Dabei war der Soldan Moot Court mit den rechtlichen Problemen herausfordernd, doch mit der Hilfe des Anwaltsinstituts gut zu bewältigen. Wir wurden sehr von Rechtsanwalt Schmidt und erfahrenen Moot-Court Teilnehmern unterstützt und konnten uns so auch gut auf die mündlichen Verhandlungen in Hannover vorbereiten. Uns hat vor allem die Möglichkeit gefreut, etwas über ein eher universitätsfernes Thema, nämlich das Anwaltsrecht und das sachgerechte Verfassen von Schriftsätzen, lernen zu können. Dabei haben mein Mitkommilitone und ich die kollegiale Zusammenarbeit und den Einsatz des Urteilsstils bei der Abfassung der Klageschriftsätze sehr genossen. Die gewonnenen Perspektivenwechsel und das engagierte Argumentieren auf und Eintreten für eine Partei helfen uns bis heute im Studium dabei, Rechtsnormen gezielter auszulegen, systematische Zusammenhänge in ihrer Tiefe besser zu erkennen und uns in wenig bekannte Rechtsgebiete rascher einzuarbeiten.

Die mündlichen Verhandlungen des Soldan Moot fanden in Hannover an der dortigen Universität statt. Vor Ort fühlt en wir uns sehr willkommen und wurden warmherzig aufgenommen. Wir hatten dann die Möglichkeit noch weitere Argumente während spannender, zum Thema passender Vorträge zu sammeln und unsere Mitbewerber/innen kennenzulernen. In den folgenden Tagen bekamen wir dann die Möglichkeit unsere rhetorischen Fähigkeiten in den mündlichen Verhandlungen unter Beweis zu stellen.

Dabei konnten wir mit Freude und Spannung manches von den anderen Studierenden lernen. Durch die rege Unterstützung von Praktikern aus dem gesamten Bundesgebiet hatten wir als teilnehmende Studenten auch die Gelegenheit, mit den Experten vor Ort in einer lockeren Atmosphäre über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu diskutieren. Abgeschlossen wurde der Wettbewerb im Kammergerichtssaal des Landgerichts Hannover, in dem gegenwärtig auch der Prozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff verhandelt wird. Abschließend fand dann die Ehrung der erfolgreichsten Studierenden im Anwaltsverein Hannover statt. Wir bedanken uns herzlich bei Anwaltsinstitut, Soldan Stiftung und Universität Hannover für die sehr gelungene Organisation und gute Durchführung des Wettbewerbs.“