Am 14. Januar 2026 endete der erste Moot Court im Sozialrecht mit einem Verhandlungstag am Bundessozialgericht in Kassel. Ein Team der Humboldt-Universität war dabei – und hat gewonnen!

HU-Team gewinnt den ersten Moot Court des Bundessozialgerichts

Alexa Frei, Amelie Haeberlin und Jost Roeber traten in der Verhandlungsphase gegen neun Teams der Universitäten Bayreuth, Bochum, Bonn, Frankfurt (Main), Göttingen, Hamburg und Köln an. Unser Team konnte, so die Jury, mit freier Rede, Verhandlungsgeschick und echter Interessenvertretung überzeugen. Ein natürliches und authentisches Auftreten sowie ein enger Zusammenhalt im Team seien entscheidend gewesen.

Intensiv hatte unser Team das sichere Auftreten vor Gericht, verschiedene Verhandlungssituationen und Argumentationsstränge gemeinsam mit Dr. Stefan Schifferdecker, Richter am Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, und in einer Generalprobe sogar mit Richterinnen und Richtern des Sozialgerichts Berlin trainiert. Das gemeinsame Erarbeiten einer Verhandlungsstrategie hat uns als Team zusammengeschweißt – wir vier waren in Kassel mit Stolz „das Team Berlin“.

Am Verhandlungstag in Kassel haben dann Studierende der zehn Teams aus ganz Deutschland einen Tag lang gestritten, argumentiert und unter den Augen von Richterinnen und Richtern des Bundessozialgerichts um die besten Argumente gerungen. Auf hohem juristischem Niveau haben die Teams über ein aktuelles und sich im Wandel befindliches Thema debattiert: Die gerechte Aufteilung von Kindererziehungszeiten zwischen den Eltern und die Frage, inwieweit das Rentenrecht insoweit einer Änderung bedarf.

Verhandlungen 2026 BSG
BSG Verhandlungen 2026

Das Bundessozialgericht hat keine Kosten und Mühen gescheut und den Studierenden, den Betreuern und Begleitern einen spannenden Tag geboten. Die Bundesrichterinnen und Bundesrichter haben die Teams sehr offen empfangen. Mit umfangreicher Betreuung, Fototerminen und Führungen wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Großteil der Anspannung genommen. 

Die Gewinnerteams wurden vom BSG schließlich mit wertvollen Buchpreisen ausgezeichnet. 

Buchpreise
Buchpreise

Dank an den Humboldt Moot Club

Ein herzlicher Dank geht an Humboldt Moot Club. Dieser hat bei der anfänglichen Organisation des ersten sozialrechtlichen Moot Courts an der Humboldt-Universität geholfen und für die Studierenden in diesem Jahr sogar die Fahrtkosten nach Kassel gesponsort. Das war eine wichtige Unterstützung, danke!

Der Fall 2025/2026

Das Bundessozialgericht hatte Mitte Mai 2025 den sozialrechtlichen Fall bekannt gegeben. Es ging um die Berufung gegen ein (reales) Urteil des Sozialgerichts Münster und die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten zugunsten des Kindesvaters. Hintergrund des Falles ist die gesellschaftspolitisch interessante Frage, ob die gesetzlichen Regelzuordnung der Kindererziehungszeiten zur Mutter bei gemeinsamer Erziehung weiter zeitgemäß ist und ob und wieweit Belehrungspflichten der Rentenversicherungsträger bestehen, damit junge Familien ihre Rechte wahrnehmen können. 

Die Berufung wurde übrigens nicht entschieden. In der simulierten Verhandlung gab es keine inhaltliche Entscheidung oder Positionierung durch die Richterinnen und Richter des BSG. Der reale Fall wurde zwischen Rentenversicherungsträger und Kläger vor dem LSG Nordrhein-Westfalen verglichen.

Weitere Informationen und Impressionen:

www.bsg.bund.de/DE/MootCourt/mootcourt_node.html

www.bundessozialgericht.de

Bei Interesse für den BSG Moot Court 2026/2027: stefan.schifferdecker[at]hu-berlin.de